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MyWay Nutzergeschichte Stephan

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MyWay

MyWay Nutzergeschichte Stephan kam mit einem seltenem Gendefekt zur Welt. Sein Behinderungsbild und Nebendiagnosen sind umfangreich. Die Ärzte gaben ihm eine Lebenserwartung von sechs Monaten. Heute ist Stephan 27 Jahre alt und erkundet eigenständig sein Umfeld im MyWay (GMFCS Stufe IV). Stephan ist ein junger Mann mit sonnigem Gemüt und Kampfgeist. Er ist aufgrund seiner Schwerstmehrfach- Behinderung komplette auf Hilfe im Alltag angewiesen. Auf Hausebene schafft er es, kurze Strecken gehalten zu laufen. Für längere Strecken fehlt die Muskelkraft, Ausdauer und oft auch die Zeit. Lange Distanzen legt er in einen Rollstuhl zurück, der durch eine Hilfsperson geschoben wird. Stephan besucht eine Werkstatt, wo er einer sitzenden Tätigkeit nachgeht. Therapeutische Ziele sind es, seine Muskulatur in Rumpf und Extremitäten zu stärken, den Tonus in den Beinen und Füßen zu senken und den Stand und Gang zu verbessern. Außerdem wird intensiv an seinem Armstütz aus dem Vierfüßlerstand gearbeitet, um den oberen Rumpf und Schultergürtel zu kräftigen und dadurch die Aufrichtung zu schulen und die Sensorik und Feinmotorik in den Händen zu verbessern. Wahrnehmung, Selbstbestimmung, Interaktion mit seinen Schwestern und Selbständigkeit im Alltag sind weitere Ziele, die miteinfließen. Stephans Woche ist gefüllt mit einem umfassenden Therapieprogramm. In seiner Freizeit genießt Stephan neben seinen beiden Schwestern und dem Familienhund sämtliche wahrnehmungsfördernde Maßnahmen und hat einen großen Bewegungsdrang. Gerne ist er in der Natur und erkundet mit allen Sinnen sein Umfeld. leckey.com Wir begleiten Familien

Erste Erfahrungen mit dem MyWay Verlaufskontrolle – 6 Wochen später Es war reiner Zufall, der Stephans Pflegemutter auf den MyWay brachte. Sie sah ein Video von dem Hilfsmittel auf Facebook und war sofort in dieses verliebt. Zuvor hatte Stephan den Upsee, eine Therapiehilfe, die von den Eltern im Alltag genutzt wurde. Diese mochte Stephan sehr gerne, er ist aber schnell aus diesem Hilfsmittel herausgewachsen. Die Mutter erkannte den ähnlichen Aufbau des MyWays und sofort war ihr klar, dass mit Hilfe dieses Laufgerätes für Stephan neue Wege zur Selbständigkeit und zur Fortbewegung geschaffen werden können. Die Idee war es, Stephan ein Laufgerät anzubieten zu können, welches er toleriert, er die Beine einsetzen muss und indem er sich wohlfühlt. Als Ziel hat sich die Mutter gesetzt, mit Stephan soweit zu laufen, wie er durchhält, im besten Fall vielleicht 100 Meter. Stephan erhielt einen MyWay zur Erprobung. Die Mutter hatte ein wenig Bedenken vor der ersten Nutzung, da Stephan generell beim Einsatz neuer Hilfsmittel sehr wählerisch ist und die Toleranz nicht sonderlich gut ist. Doch in diesem Fall war es das Gegenteil. Stephan fühlte sich ab dem Moment, wo die Weste angelegt wurde, sichtlich wohl, entspannte und zeigte große Freude an der neugewonnenen Freiheit und Ausgangsstellung. Um seinen Kauergang entgegenzuwirken und die Füße Stephans Bewegungen folgen können, wurden ihm Beinführungsgurte angelegt. Unmittelbar nach der Anpassung nahm Stephan Tempo auf und bewegte sich im MyWay freudig und aufgeregt fort. Mit dem MyWay eröffnen sich ganz neue Wege für Stephan und er hat bei allem, was er tut und entdeckt, großen Spaß. Wo er zu Beginn für wenige Meter Gehen viel Kraft und Zeit benötigte, kann er mittlerweile durchaus eine Stunde in seinem Laufgerät verweilen und seine Umgebung erkunden. Die enganliegende Unterstützungsweste gibt Stephan Halt und Stabilität im Rumpf und ermöglicht ihm dabei einen hohen Grad an Bewegungsfreiheit. Er kann sich durch die Weste gut spüren und den Tonus regulieren. Das zeigt sich an der zunehmenden Beweglichkeit in Armen und Beinen. Seine Muskelqualität in den Füßen verbesserte sich so gut, dass er von Unterschenkelorthesen auf sensorische Einlagen mit einem entsprechenden Schuh wechseln konnte. Sein Gangbild wurde flüssiger. Seitdem Stephan den MyWay nutzt, beobachtet seine Familie, dass er im Allgemeinen viel aktiver, mobiler und selbständiger geworden ist. Er kommt allein in den Stand, um sich auf seinen Stuhl richtig zu positionieren. Auf der Schaukel drückt er sich mit den Füßen ab, um sich Schwung zu geben. Die Kraft in Stephans Beinen nimmt stetig zu und seinen Oberschenkel haben schon an Umfang zugenommen. Spaziergänge von bis zu zwei Kilometer absolviert Stephan nicht mehr im Rollstuhl, sondern läuft in seinem Laufgerät. Durch die neue Ausgangsstellung kann Stephan sich mit in den Alltag einbringen. Tätigkeiten wie Blumengießen, beim Backen und Kochen mithelfen oder die Mülltonne vor das Haus rollen ist plötzlich möglich. Stephan hat durch den Gebrauch des MyWays Fortschritte in der Persönlichkeits-entwicklung gemacht. Er traut sich auf einmal viel mehr zu, wirkt viel selbstbewusster. seine Motivation ist sehr groß. „So viel Freude bei Stephan haben wir bei einem Hilfsmittel noch nie erlebt, doch hier bestimmt er selbst seinen Weg und das motiviert ihn gleich nochmal mehr. Es ermöglicht ihm ein wichtiges Stück Lebensqualität und wer weiß, wohin diese Reise noch gehen mag“, sagt seine Mutter.